
Die 8 schönsten Leuchttürme Mallorcas: Maritimes Erbe, atemberaubende Klippen und unvergessliche Routen
Mallorca, eine Insel der Leuchttürme mit Geschichte
Wenn man an Mallorca denkt, kommen einem sofort türkisfarbene Buchten, goldene Strände und das lebhafte Treiben der Küstenorte in den Sinn. Doch es gibt eine andere Seite der Insel – eine, die sich erst offenbart, wenn man den Blick über das offene Meer schweifen lässt und am Horizont ein einsames Licht aufblitzt. Mallorca ist eine Insel der Leuchttürme, und jeder einzelne von ihnen erzählt eine Geschichte, die so alt ist wie die Seefahrt im Mittelmeer selbst. Seit Jahrhunderten weisen diese steinernen Wächter den Schiffen den Weg durch gefährliche Gewässer, vorbei an schroffen Klippen und verborgenen Riffen. Einige von ihnen thronen auf dramatischen Felskaps in über 300 Metern Höhe, andere ducken sich bescheiden auf kleinen vorgelagerten Inseln. Manche sind so alt, dass sie zu den ältesten noch funktionierenden Leuchttürmen der Welt zählen. Und fast alle bieten Ausblicke, die man nicht so schnell vergisst. Mallorca verfügt über mehr als ein Dutzend Leuchttürme, die entlang der gesamten Küste verteilt sind – vom wilden Norden über die sanfte Ostküste bis zum windgepeitschten Süden und der dramatischen Westküste. Zusammen bilden sie ein maritimes Erbe, das die Geschichte der Insel wie kaum etwas anderes widerspiegelt: von der Angst vor Piratenüberfällen und dem Aufbau eines modernen Seezeichensystems im 19. Jahrhundert bis hin zur heutigen Nutzung als Aussichtspunkte und touristische Attraktionen. In diesem Reiseführer stellen wir Ihnen die acht emblematischsten Leuchttürme Mallorcas vor – von Norden nach Süden, von der Küste aus und vom Wasser aus betrachtet. Wir erzählen ihre Geschichte, verraten die besten Routen, geben praktische Tipps für den Besuch und erklären, warum einige von ihnen am schönsten vom Boot aus zu erleben sind. Denn wer Mallorca wirklich verstehen will, muss seine Küste vom Meer aus sehen – und die Leuchttürme sind dabei die besten Wegweiser. Machen Sie sich bereit für eine Reise entlang der Küste, die Sie die Insel mit anderen Augen sehen lässt.
Leuchtturm von Formentor – Der dramatischste Leuchtturm des Mittelmeers
Er ist der Leuchtturm, den jeder kennt, der Mallorca besucht hat – und doch überrascht er jeden, der zum ersten Mal vor ihm steht. Der Leuchtturm von Formentor (Far de Formentor) thront auf der äußersten Spitze der gleichnamigen Halbinsel, hoch oben auf Klippen, die über 300 Meter senkrecht ins Meer abfallen. Es ist ein Ort, an dem die Elemente aufeinandertreffen – Fels, Wind, Licht und Wasser – und der Leuchtturm steht mitten darin, seit über 160 Jahren unbeirrt.
Erbaut im Jahr 1863, war der Far de Formentor eine ingenieurtechnische Meisterleistung seiner Zeit. Die Baumaterialien mussten auf dem Rücken von Maultieren über schmale Bergpfade transportiert werden, denn eine Straße gab es damals noch nicht. Die Arbeiter lebten monatelang in provisorischen Lagern auf dem Kap, ausgesetzt dem Wind, der hier mit einer Kraft bläst, die man erst versteht, wenn man selbst oben steht.
Heute erreicht man den Leuchtturm über die berühmte Ma-2210, eine 22 Kilometer lange Straße, die sich von Port de Pollença aus durch die Serra de Tramuntana schlängelt. Die Fahrt ist ein Erlebnis für sich: 13 enge Tunnel, in den Fels gehauene Kurven, atemberaubende Ausblicke auf das offene Meer und die steil abfallende Nordküste. An klaren Tagen sieht man von hier aus die Nachbarinsel Menorca am Horizont schimmern.
Der Leuchtturm selbst ist ein schlichter, weißer Turm mit einer Laterne, die noch immer in Betrieb ist – ein Zeugnis der Ingenieurkunst des 19. Jahrhunderts, das den Test der Zeit bestanden hat. Der Lichtstrahl reicht etwa 20 Seemeilen weit und warnt die Schiffe vor den gefährlichen Felsen des Kaps.
Aber der wahre Zauber von Formentor liegt nicht nur im Leuchtturm selbst, sondern in dem, was ihn umgibt. Die Klippen von Formentor gehören zu den spektakulärsten Küstenlandschaften des gesamten Mittelmeers. Kiefernwälder klammern sich an die Felsen, Fischadler kreisen in der Thermik, und das Meer wechselt je nach Lichteinfall von tiefem Kobaltblau zu leuchtendem Türkis.
Der Tipp für den besonderen Moment: Kommen Sie zum Sonnenuntergang. Wenn die Sonne hinter der Serra de Tramuntana versinkt und das letzte Licht die Klippen in Gold und Rosa taucht, während der Leuchtturm sein erstes Blinken in die Dämmerung sendet – dann verstehen Sie, warum dieser Ort seit Generationen Dichter, Maler und Fotografen inspiriert hat.
Wichtiger Hinweis: In den Sommermonaten (Juli und August) ist die Zufahrt zum Leuchtturm für Privatfahrzeuge oft gesperrt. Ein Shuttlebus verkehrt dann ab Port de Pollença. Alternativ – und vielleicht noch eindrucksvoller – können Sie den Leuchtturm vom Wasser aus bestaunen: Auf der Sonnenuntergangstour von Coral Boats fahren wir direkt an den Klippen von Formentor entlang, während die Abendsonne das Kap in spektakuläres Licht taucht.
Aus der Perspektive des Meeres wirken die 300-Meter-Klippen noch gewaltiger, und der kleine weiße Leuchtturm ganz oben sieht aus wie ein einsamer Posten am Ende der Welt – was er in gewisser Weise auch ist.
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Unsere Touren ansehenLeuchtturm von Alcanada – Der Inselwächter vor der Bucht von Alcudia
Wenn der Leuchtturm von Formentor der dramatische Held unter Mallorcas Leuchttürmen ist, dann ist der Leuchtturm von Alcanada sein stiller, charmanter Gegenpart. Er steht nicht auf einer sturmumtosten Klippe, sondern auf einer kleinen, felsigen Insel (Islote de Alcanada), die nur wenige hundert Meter vor der Nordostküste Mallorcas aus dem Wasser ragt – ein Postkartenmotiv, das man sofort wiedererkennt.
Erbaut im Jahr 1861 – und damit sogar zwei Jahre älter als sein berühmter Nachbar am Cap de Formentor – wurde der Leuchtturm von Alcanada errichtet, um den Schiffen den sicheren Weg in die Bucht von Alcudia zu weisen. Diese Bucht, die größte natürliche Bucht Mallorcas, war seit jeher ein wichtiger Hafen, aber die vorgelagerten Felsen und Untiefen machten die Einfahrt besonders bei Nacht und schlechtem Wetter gefährlich.
Der Leuchtturm ist ein schlanker, weißer Turm mit einer Höhe von etwa 21 Metern, der auf dem höchsten Punkt der kleinen Insel steht. Er ist noch immer in Betrieb und sendet sein Licht über die Bucht – ein automatisiertes, zuverlässiges Seezeichen, das keinen Leuchtturmwärter mehr braucht, aber immer noch seine Pflicht erfüllt.
Das Besondere am Leuchtturm von Alcanada ist seine Erreichbarkeit und seine Einbettung in die Landschaft. Von der Playa de Alcanada, einem ruhigen, naturbelassenen Strand nordöstlich von Alcudia, hat man einen perfekten Blick auf die Insel und den Leuchtturm. Bei ruhigem Wetter kann man sogar zur Insel hinüberwaten oder -schwimmen – das Wasser ist stellenweise nur hüfttief, und der Untergrund besteht aus Sand und Felsen.
Noch eindrucksvoller ist der Leuchtturm allerdings vom Wasser aus. Auf den Bootstouren von Coral Boats ab Alcudia fährt man direkt an der Insel und dem Leuchtturm vorbei – ein Moment, der bei fast jedem Gast für ein Lächeln und ein Foto sorgt. Von Bord aus sieht man die Insel in ihrem vollen Kontext: die kristallklare Bucht, die bewaldeten Hügel der Halbinsel La Victoria im Hintergrund und das offene Meer dahinter.
Der Leuchtturm von Alcanada ist auch ein beliebtes Ziel für Kajakfahrer und Stand-up-Paddler, die von der Playa de Alcanada zur Insel paddeln. An ruhigen Morgen, wenn das Meer spiegelglatt ist, gleitet man über türkisfarbenes Wasser und hat das Gefühl, die Insel ganz für sich allein zu haben.
Wussten Sie schon? Die Insel Alcanada ist ein geschütztes Naturgebiet und beherbergt verschiedene Vogelarten und eine typisch mediterrane Vegetation. Es gibt keine Gebäude außer dem Leuchtturm und einem kleinen Nebengebäude, das einst als Wohnhaus für den Leuchtturmwärter und seine Familie diente.
Wer den Hafen von Alcudia besucht, sollte sich den Abstecher zur Playa de Alcanada nicht entgehen lassen – und wenn das Meer es zulässt, den Spaziergang zur Insel wagen. Es ist einer dieser stillen, magischen Orte Mallorcas, die man nicht in jedem Reiseführer findet.
Die Leuchttürme von Port de Sóller – Doppelte Wächter einer malerischen Bucht
Port de Sóller ist einer der schönsten Orte Mallorcas – ein hufeisenförmiger Naturhafen, eingebettet zwischen den steilen Bergen der Serra de Tramuntana und dem tiefblauen Mittelmeer. Und dieser besondere Ort wird nicht von einem, sondern von zwei Leuchttürmen bewacht, die zusammen ein einzigartiges Ensemble bilden.
Cap Gros – Der obere Wächter
Der Leuchtturm von Cap Gros steht auf der westlichen Seite der Hafeneinfahrt, auf einem Felsvorsprung etwa 130 Meter über dem Meer. Er wurde 1842 errichtet und gehört damit zu den ältesten Leuchttürmen Mallorcas. Sein Standort bietet einen der grandiosesten Panoramablicke der Insel: Von hier aus überblickt man die gesamte Bucht von Port de Sóller, die offene See, die zerklüftete Küste der Tramuntana und an klaren Tagen sogar die Umrisse des Festlands.
Der Aufstieg zum Cap Gros ist ein beliebter Wanderweg, der am Hafen beginnt und durch duftende Kiefernwälder und über felsige Pfade nach oben führt. Die Wanderung dauert etwa 30 bis 45 Minuten und belohnt mit einem Sonnenuntergang, der zu den schönsten der Insel zählt.
El Bufador / Torre Picada – Der Verteidiger
Auf der östlichen Seite der Hafeneinfahrt steht die Torre Picada, ein Wachturm aus dem 17. Jahrhundert, der – obwohl kein Leuchtturm im engeren Sinne – eine wichtige Rolle in der maritimen Geschichte Port de Sóllers spielt. Der Turm wurde errichtet, um die Bucht vor Piratenüberfällen zu schützen, die über Jahrhunderte eine ständige Bedrohung für die Küstenorte Mallorcas darstellten.
In der Nähe befindet sich der Leuchtturm El Bufador, der neuere der beiden Lichter an der Hafeneinfahrt. Zusammen bilden Cap Gros und El Bufador das Leitsystem, das den Schiffen die sichere Einfahrt in die enge Bucht ermöglicht.
Die Bucht von Port de Sóller ist übrigens auch der Endpunkt der berühmten Straßenbahn von Sóller, die seit 1913 durch das Orangental rattert – eine Fahrt, die wie eine Zeitreise anmutet. Und wer den Hafen erkundet, sollte unbedingt die frischen Fischgerichte in einem der Restaurants am Wasser probieren.
Unser Tipp: Planen Sie Ihren Besuch so, dass Sie am späten Nachmittag zum Cap Gros aufsteigen. Wenn die Sonne sinkt, verwandelt sich die Bucht unter Ihnen in ein Gemälde aus Gold und Blau, und Sie verstehen, warum Maler wie Santiago Rusiñol und Joaquín Mir hier ihre Inspiration fanden.
Leuchtturm von Porto Pi – Einer der ältesten funktionierenden Leuchttürme der Welt
Inmitten des geschäftigen Hafens von Palma de Mallorca, zwischen Kreuzfahrtschiffen, Yachten und Fähren, steht ein unscheinbarer Turm, der leicht übersehen werden könnte – und der doch eine der bemerkenswertesten maritimen Geschichten des gesamten Mittelmeers erzählt. Der Leuchtturm von Porto Pi (Far de Portopí) ist nicht nur einer der ältesten Leuchttürme Spaniens, sondern gilt als einer der drei ältesten noch funktionierenden Leuchttürme der Welt.
Seine Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, als an dieser Stelle erstmals ein Feuer entzündet wurde, um den Schiffen den Weg in den Hafen von Palma zu weisen. Die erste dokumentierte Erwähnung stammt aus dem Jahr 1300, als König Jaume II. von Mallorca den Bau eines Leuchtfeuers an der Hafeneinfahrt anordnete. Doch der Turm, den wir heute sehen, stammt in seiner heutigen Form aus dem Jahr 1617, als er modernisiert und erhöht wurde – und er ist seitdem ununterbrochen in Betrieb.
Denken Sie einen Moment darüber nach: Dieser Leuchtturm sendet sein Licht über das Meer, seit Shakespeare seine Stücke schrieb, seit Galileo seine Teleskope auf die Sterne richtete, seit die Mayflower nach Amerika segelte. Über 400 Jahre lang hat er Stürme, Kriege, Revolutionen und den Wandel der Zeiten überstanden – und er leuchtet immer noch.
Der Leuchtturm steht am westlichen Ufer der Hafeneinfahrt von Palma, an einem Ort, der seit der Römerzeit als Ankerplatz genutzt wird. In seiner unmittelbaren Nähe befindet sich das Museu del Far de Portopí, ein kleines, aber feines Museum, das die Geschichte der Leuchtfeuer und der Seefahrt im Mittelmeer dokumentiert. Hier kann man historische Linsen, Laternen und Seekarten bewundern und versteht, wie wichtig diese Lichter für die Sicherheit der Seefahrer waren.
Ein Stück lebendige Geschichte: Der Leuchtturm von Porto Pi hat im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Brennstoffe verwendet – von Olivenöl über Petroleum bis hin zu Gas und schließlich Elektrizität. Jede Umstellung war ein Spiegelbild des technologischen Fortschritts, und der Leuchtturm hat sie alle mitgemacht.
Der Besuch des Leuchtturms und des Museums ist besonders empfehlenswert für alle, die sich für maritime Geschichte und das kulturelle Erbe Mallorcas interessieren. Die Lage am Hafen von Palma macht ihn leicht erreichbar, und er lässt sich perfekt mit einem Stadtbummel durch die Altstadt von Palma oder einem Spaziergang entlang der Hafenpromenade verbinden.
Wussten Sie schon? In der Nähe des Leuchtturms befindet sich das Castillo de San Carlos, eine Festung aus dem 17. Jahrhundert, die heute ein Militärmuseum beherbergt. Zusammen bilden Leuchtturm, Museum und Festung ein faszinierendes Dreieck der maritimen und militärischen Geschichte Palmas.
Leuchtturm von Cala Figuera und der Wachturm – Stille Wächter am Kap
Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fischerort im Südosten der Insel: Die Cala Figuera, von der wir hier sprechen, liegt an der Nordspitze Mallorcas, direkt am Cap de Formentor. Es ist ein Ort, der nur zu Fuß oder vom Wasser aus erreichbar ist – und genau das macht seinen Reiz aus.
Der Leuchtturm von Cala Figuera ist ein kleines, unscheinbares Seezeichen, das an der östlichen Flanke des Kaps steht und die Schiffe vor den Felsen warnt, die sich unter der Wasseroberfläche verbergen. Er ist weit weniger bekannt als sein großer Bruder auf der Spitze von Formentor, aber er erfüllt eine ebenso wichtige Funktion: Er markiert einen der gefährlichsten Küstenabschnitte Mallorcas, an dem sich bei Sturm meterhohe Wellen an den Klippen brechen.
In der Nähe des Leuchtturms steht ein historischer Wachturm (Talaia d'Albercutx), einer der am besten erhaltenen Wachtürme Mallorcas. Er wurde im 16. Jahrhundert errichtet, als die Bedrohung durch osmanische und nordafrikanische Piraten die Küstenbewohner in ständiger Angst hielt. Von seiner Position aus konnte man feindliche Schiffe schon aus großer Entfernung erkennen und durch Rauch- oder Feuersignale die umliegenden Dörfer warnen.
Der Kontrast zwischen dem Leuchtturm und dem Wachturm erzählt die Geschichte zweier Epochen: Der Wachturm steht für die Zeit der Angst und Verteidigung, in der die Küste als Gefahrenzone galt. Der Leuchtturm steht für die Ära der Navigation und des Handels, in der das Meer zum Verbindungsweg wurde. Zusammen markieren sie den Wandel vom mittelalterlichen zum modernen Mallorca.
Die Wanderung zum Talaia d'Albercutx beginnt an der Straße zum Leuchtturm von Formentor und ist steil, aber kurz (ca. 20 Minuten). Die Belohnung ist ein 360-Grad-Panorama: die Bucht von Pollença, die Halbinsel Formentor, das offene Meer und – bei klarer Sicht – die Silhouette Menorcas.
Vom Boot aus sieht man die Cala Figuera als das, was sie wirklich ist: eine kleine, geschützte Bucht am Fuß gewaltiger Klippen, in die sich nur wenige Boote hineinwagen. Auf unseren Bootstouren entlang der Nordküste fahren wir an dieser Bucht vorbei und erzählen unseren Gästen die Geschichten, die sich hinter diesen Steinen verbergen.
Die Kombination aus Leuchtturm, Wachturm und der wilden Landschaft des Kaps macht diesen Ort zu einem der authentischsten und eindrucksvollsten Punkte der gesamten Insel – weit entfernt vom touristischen Trubel, aber voller Geschichte und Schönheit.
Leuchtturm von Cap de Ses Salines – Am südlichsten Punkt Mallorcas
Ganz im Süden der Insel, dort, wo das Land ins Mittelmeer ausläuft und die nächste Küste die des Cabrera-Archipels ist, steht der Leuchtturm von Cap de Ses Salines. Er markiert den südlichsten Punkt Mallorcas – einen Ort, der sich anfühlt wie das Ende der Welt, obwohl er nur eine gute Autostunde von Palma entfernt liegt.
Der Leuchtturm wurde 1863 erbaut und ist ein massiver, viereckiger Turm aus hellem Stein, der sich harmonisch in die karge, windgepeitschte Landschaft des Kaps einfügt. Seine Laterne sendet ihr Licht 24 Seemeilen weit über das Meer – ein Orientierungspunkt für alle Schiffe, die die Südspitze Mallorcas umrunden oder auf dem Weg zum Nationalpark Cabrera sind.
Die Landschaft rund um das Kap ist von einer rauen, herben Schönheit: niedrige Macchia-Vegetation, windschief gewachsene Kiefern, schroffe Felsen und das unendliche Blau des Meeres. An stürmischen Tagen krachen die Wellen mit einer Wucht gegen die Klippen, die man noch in hundert Metern Entfernung spürt. An ruhigen Tagen hingegen schimmert das Wasser in unzähligen Blautönen, und man kann die Umrisse der Insel Cabrera klar am Horizont erkennen – nur 14 Kilometer entfernt und doch eine andere Welt.
In der Nähe des Leuchtturms befindet sich die Colònia de Sant Jordi, ein kleiner, entspannter Küstenort, der als Ausgangspunkt für Bootsfahrten zum Cabrera-Archipel dient. Die Gegend ist auch bekannt für die Salinen von Es Trenc, die dem Kap seinen Namen gaben – jahrhundertealte Salzgewinnungsanlagen, die auch heute noch in Betrieb sind und ein faszinierendes Schauspiel aus rosafarbenen und weißen Wasserbecken bieten.
Der Weg zum Leuchtturm führt über eine schmale Landstraße, die an der Finca-Landschaft des mallorquinischen Südens vorbeiführt – Mandelbäume, Steinmauern und das leise Klingeln von Schafsglocken. Die letzten Meter zum Kap sind zu Fuß zu bewältigen, und der Pfad belohnt mit dem Gefühl, an einem Ort zu stehen, an dem Europa aufhört und Afrika beginnt.
Unser Geheimtipp: Der Sonnenuntergang am Cap de Ses Salines ist weniger berühmt als der am Formentor, aber nicht weniger spektakulär. Bringen Sie ein Picknick mit, setzen Sie sich auf die Felsen neben dem Leuchtturm und beobachten Sie, wie die Sonne hinter der Insel Dragonera versinkt, während der Leuchtturm langsam zum Leben erwacht.
Der Leuchtturm von Cap de Ses Salines ist ein Ort für alle, die das stille, unverfälschte Mallorca suchen – weit weg von den Massen, aber nah an der Seele der Insel.
Leuchtturm von Portocolom – Maritimes Erbe an der Ostküste
An der ruhigen Ostküste Mallorcas, eingebettet in die geschützte Bucht eines der malerischsten Fischerdörfer der Insel, steht der Leuchtturm von Portocolom. Er ist kein Leuchtturm der großen Gesten – keine dramatischen Klippen, keine sturmumtosten Kaps. Stattdessen ist er ein Leuchtturm der stillen Eleganz, der perfekt in die entspannte Atmosphäre des Ortes passt.
Der Leuchtturm wurde in den 1860er Jahren errichtet, in derselben Epoche, in der Spanien sein gesamtes Küstenseezeichensystem modernisierte. Er steht an der Punta de Sa Bateria, am nördlichen Eingang der Bucht, und weist den Fischerbooten und Yachten den Weg in den sicheren Hafen. Sein weißer Turm, der auf einem Sockelgebäude steht, ist eines der Wahrzeichen von Portocolom und ein beliebtes Fotomotiv.
Portocolom selbst ist ein Juwel der Ostküste: ein natürlicher Hafen, der der Legende nach der Geburtsort von Christoph Kolumbus gewesen sein soll (die historische Forschung ist sich da nicht einig, aber die Geschichte wird hier gerne erzählt). Die pastellfarbenen Fischerhäuser, die sich um die Bucht gruppieren, die kleinen Llaüts (mallorquinische Fischerboote), die sanft im Wasser schaukeln, und die Restaurants, in denen man den frischesten Fisch der Insel bekommt – all das macht Portocolom zu einem Ort, an dem man länger bleiben möchte, als man geplant hat.
Der Leuchtturm lässt sich bequem zu Fuß erreichen: ein Spaziergang entlang der Küste, vorbei an kleinen Buchten und Felspools, dauert etwa 20 Minuten vom Ortskern aus. Der Weg bietet immer wieder schöne Ausblicke auf die Bucht und das offene Meer, und am Leuchtturm selbst gibt es eine Bank, auf der man sitzen und den Fischer beim Einholen ihrer Netze zusehen kann.
Für Entdecker: In der Umgebung von Portocolom gibt es einige der schönsten versteckten Buchten der Ostküste – Cala Marçal, Cala Sa Nau und die berühmte Cala Mondragó (Naturpark). Wer die Ostküste erkundet, sollte Portocolom als Ausgangspunkt nutzen und den Leuchtturm als erstes Ziel auf der Liste haben.
Der Leuchtturm von Portocolom erinnert daran, dass nicht jeder Leuchtturm an einem dramatischen Kap stehen muss, um eine Geschichte zu erzählen. Manchmal reicht ein stiller Hafen, ein weißer Turm und das leise Plätschern des Meeres.
Leuchtturm von La Mola (Andratx) – Wächter der Westküste und Tor zur Insel Dragonera
Am westlichen Ende Mallorcas, dort, wo die Serra de Tramuntana dramatisch ins Meer abfällt und die Insel Dragonera wie ein schlafender Drache vor der Küste liegt, steht der Leuchtturm von La Mola (auch bekannt als Far d'Andratx oder Far de Cap de sa Mola). Er ist einer der am wenigsten besuchten Leuchttürme der Insel – und genau das macht ihn so besonders.
Der Leuchtturm steht auf dem Cap de sa Mola, einem Felskap an der Südwestspitze der Gemeinde Andratx, und überblickt eine der wildesten und spektakulärsten Küstenlandschaften Mallorcas. Von hier aus sieht man die Insel Dragonera so nah, dass man fast hinüberschwimmen möchte (die Meerenge ist nur etwa 700 Meter breit), und an klaren Tagen reicht der Blick über das offene Meer bis zur Küste von Ibiza.
Die Insel Dragonera selbst hat ihren eigenen Leuchtturm – den Far de Llebeig – der zusammen mit dem Far de La Mola ein Leuchttürme-Tandem bildet, das den Schiffen die Durchfahrt durch die enge Passage zwischen Mallorca und Dragonera markiert. Diese Passage, die Es Freu genannt wird, ist eine der anspruchsvollsten Seestraßen der Balearen: starke Strömungen, unberechenbare Winde und verborgene Felsen machen sie zu einem Ort, an dem Leuchttürme nicht nur schön, sondern lebenswichtig sind.
Der Leuchtturm von La Mola wurde 1854 erbaut und ist damit einer der ältesten der Insel. Er ist ein massiver, runder Turm auf einem quadratischen Sockelgebäude – ein typisches Design der spanischen Leuchttürme des 19. Jahrhunderts. Seine Laterne ist noch immer in Betrieb und sendet ihr Licht weit über die Küstengewässer.
Die Anfahrt zum Leuchtturm führt über eine schmale Straße von Port d'Andratx aus, einem der exklusivsten Häfen Mallorcas, der für seine eleganten Yachten, gehobenen Restaurants und spektakulären Sonnenuntergänge bekannt ist. Die Fahrt dauert nur etwa 10 Minuten, aber sie führt durch eine Landschaft, die so mediterran ist, wie man sie sich nur vorstellen kann: Pinien, Olivenbäume, Trockensteinmauern und das tiefblaue Meer, das immer wieder zwischen den Bäumen hervorblitzt.
Insider-Tipp: Port d'Andratx ist auch ein hervorragender Ausgangspunkt, um die Westküste Mallorcas zu erkunden. Die Fahrt von hier nach Estellencs und Banyalbufar gehört zu den schönsten Küstenstraßen Europas – eine Serpentinenstraße, die sich hoch über dem Meer durch die Tramuntana windet. Und wer wissen möchte, wo man am besten auf Mallorca übernachtet, findet in der Region Andratx einige der charmantesten Boutique-Hotels der Insel.
Der Leuchtturm von La Mola ist ein Ort für Kenner und Entdecker – für alle, die das touristische Mallorca hinter sich lassen und die wilde, ungezähmte Seite der Insel erleben möchten.
Praktische Tipps: Leuchtturm-Routen, Besuchszeiten und Erkundung per Boot
Nachdem wir die acht emblematischsten Leuchttürme Mallorcas vorgestellt haben, ist es Zeit für die Praxis: Wie plant man eine Leuchtturm-Route, welche Tipps sollte man beachten, und wie erlebt man die Leuchttürme vom Wasser aus?
Leuchtturm-Route Nord: Alcudia – Formentor – Alcanada (1 Tag)
Beginnen Sie Ihren Tag in Puerto de Alcudia, einem der besten Ausgangspunkte für die Leuchtturm-Erkundung im Norden. Fahren Sie zunächst zur Playa de Alcanada, um den Leuchtturm auf der vorgelagerten Insel zu sehen (und bei ruhigem Wetter vielleicht sogar hinüberzuwaten). Danach nehmen Sie die Straße über Pollença nach Formentor und fahren die legendäre Ma-2210 bis zum Leuchtturm auf dem Kap. Planen Sie für diese Route einen ganzen Tag ein – die Straße nach Formentor allein ist ein Erlebnis, das man genießen und nicht hetzen sollte.
Leuchtturm-Route West: Port de Sóller – Andratx (1 Tag)
Starten Sie in Port de Sóller und wandern Sie zum Cap Gros, um den Leuchtturm und den Panoramablick über die Bucht zu genießen. Fahren Sie danach über die spektakuläre Küstenstraße Ma-10 Richtung Süden, vorbei an Deià und Valldemossa, bis nach Port d'Andratx. Von dort ist es ein kurzer Abstecher zum Far de La Mola mit Blick auf die Insel Dragonera.
Leuchtturm-Route Süd + Ost: Cap de Ses Salines – Portocolom (1 Tag)
Die südliche Route beginnt am Cap de Ses Salines, dem südlichsten Punkt der Insel. Nach dem Besuch des Leuchtturms und einem Abstecher zu den Salinen von Es Trenc fahren Sie entlang der Ostküste nach Norden bis Portocolom, wo der charmante Hafenleuchtturm auf Sie wartet.
Leuchttürme per Boot – das intensive Erlebnis
Viele der Leuchttürme Mallorcas wirken vom Wasser aus noch eindrucksvoller als von Land. Die 300-Meter-Klippen von Formentor, die kleine Insel Alcanada, die verborgene Cala Figuera – all das gewinnt eine neue Dimension, wenn man es vom Boot aus betrachtet. Bei Coral Boats bieten wir verschiedene Touren an, auf denen Sie einige der schönsten Leuchttürme der Nordküste vom Meer aus erleben können:
Allgemeine Tipps für Leuchtturm-Besuche:
Fazit: Mallorcas Leuchttürme – Mehr als nur Seezeichen
Mallorcas Leuchttürme sind weit mehr als technische Bauwerke am Rande des Meeres. Sie sind steinerne Erzähler einer Inselgeschichte, die von Piratenangriffen und mutigen Leuchtturmwärtern handelt, von ingenieurtechnischen Meisterleistungen und einsamen Nächten auf sturmumtosten Kaps. Jeder von ihnen steht an einem Ort, der nicht zufällig gewählt wurde, sondern an einer Stelle, an der sich Natur und menschliche Zivilisation auf dramatische Weise begegnen.
Vom Formentor mit seinen 300-Meter-Klippen über den stillen Charme des Alcanada bis zum ehrwürdigen Porto Pi, einem der ältesten funktionierenden Leuchttürme der Welt – jeder einzelne Leuchtturm offenbart eine andere Facette der Insel. Die Doppelwächter von Port de Sóller erzählen von der Schönheit einer geschützten Bucht, Cala Figuera und sein Wachturm von der Angst vor Piraten und dem Wandel der Zeiten. Cap de Ses Salines markiert das Ende Europas, Portocolom die Poesie eines Fischerhafens, und La Mola das wilde, ungezähmte Mallorca jenseits der Touristenströme.
Was all diese Leuchttürme verbindet, ist ihre Fähigkeit, uns innezuhalten zu lassen. An einem Leuchtturm stehen – ob auf einer windigen Klippe oder an einem stillen Hafen – bedeutet, für einen Moment die Perspektive zu wechseln. Man blickt nicht mehr auf die Insel, sondern von der Insel hinaus auf das offene Meer. Und in diesem Moment spürt man etwas von der Weite und der Freiheit, die das Mittelmeer seit Jahrtausenden verspricht.
Wenn Sie das nächste Mal auf Mallorca sind, nehmen Sie sich die Zeit für einen Leuchtturm – oder gleich für mehrere. Wandern Sie zum Cap Gros bei Sonnenuntergang. Stehen Sie auf den Klippen von Formentor und spüren Sie den Wind. Waten Sie zur Insel Alcanada und setzen Sie sich neben den weißen Turm. Oder erleben Sie die Leuchttürme vom Wasser aus, wie die Seefahrer sie seit Jahrhunderten erleben – als Lichter in der Dunkelheit, die den Weg nach Hause weisen.
Bei Coral Boats nehmen wir Sie mit auf das Meer, das diese Leuchttürme seit über 160 Jahren beschützen. Wir zeigen Ihnen die Küste, die Klippen und die verborgenen Buchten – und manchmal, wenn das Licht stimmt und das Meer ruhig ist, sehen wir den Leuchtturm von Formentor aufblitzen und wissen: Auch nach all den Jahren leuchtet er noch für uns.
Mallorcas Leuchttürme sind steinerne Zeugen einer reichen maritimen Geschichte, die weit über ihre Funktion als Seezeichen hinausgeht. Vom dramatischen Formentor über den geschichtsträchtigen Porto Pi bis zum stillen Charme von Portocolom – jeder Leuchtturm erzählt eine eigene Geschichte und offenbart eine andere Seite der Insel. Ob vom Land oder vom Wasser aus: Die Leuchttürme laden uns ein, die Perspektive zu wechseln, innezuhalten und Mallorca mit den Augen der Seefahrer zu sehen, die seit Jahrhunderten diesen Lichtern folgen.




















